Psychiatriespezifische Messungen
Psychiatriekliniken messen gemäss ANQ-Messplan die Symptombelastung und deren Veränderung während des stationären Aufenthalts – jeweils aus Sicht der Behandelnden und aus Sicht der Patientinnen und Patienten. Weiter erfassen sie Art und Häufigkeit von Freiheitsbeschränkenden Massnahmen. Bei den Messungen handelt es sich um Vollerhebungen.
Termin
Abgabe Daten 2026: 7. März 2027
Publikationsplan Messergebnisse
Messthemen
Symptombelastung
Die Symptombelastung zeigt Anzahl und Schweregrad der Symptome einer psychischen Störung. Sie wird sowohl im Fremd- als auch im Selbstrating gemessen: Behandelnde sowie Patientinnen und Patienten füllen dazu je einen Fragebogen aus. Darin beurteilen sie beispielsweise: Somatisierung (körperliche Beschwerden ohne organische Befunde), Aggressivität, Depressivität, Ängste oder Phobien, Zwangsgedanken oder -handlungen, absichtliche Selbstverletzung, Probleme mit sozialen Beziehungen, Probleme im Alltag (beispielsweise Schule, Beruf, Wohnsituation etc.), Suchtthematik oder paranoides Denken.
Die Beurteilung erfolgt bei Eintritt und bei Austritt. Daraus ergibt sich ein Differenzwert, der die Veränderung der Symptombelastung abbildet. Ein höherer Differenzwert weist auf eine höhere Wirksamkeit der Behandlung hin als ein tieferer. Die erhobenen Daten werden einmal pro Jahr ausgewertet.
Freiheitsbeschränkende Massnahmen (FM)
Mit dieser Messung ermittelt der ANQ jährlich den Anteil der Patientinnen und Patienten mit mindestens einer FM. FM werden unter Berücksichtigung des Kindes- und Erwachsenenschutzes eingesetzt, wenn Patientinnen und Patienten sich selbst oder Dritte gefährden. Die Messergebnisse müssen immer im Kontext betrachtet werden. Das heisst: Weniger FM bedeuten nicht automatisch eine bessere Behandlungsqualität. Im Rahmen der ANQ-Messungen werden folgende FM erfasst: Isolation aus psychiatrischen oder infektiologischen/somatischen Gründen, Fixierung, Zwangsmedikation sowie zusätzlich in der Erwachsenenpsychiatrie Festhalten und Bewegungseinschränkungen im Stuhl und Bett.
Sturz in der Alterspsychiatrie
Der ANQ konzipiert Sturz als neuen Indikator in der Alterspsychiatrie. Die erste Messung ohne transparente Publikation startet im Jahr 2026. Zur Messinfoseite
Detailinformationen
Detaillierte Informationen zu den Messinstrumenten sind im Manual zu finden. Manual und Messinstrumente sind im Downloadbereich der Psychiatrie abrufbar.
Dashboards
Kliniken können unterjährig die erhobenen Daten, über das Dashboard moniQ prüfen. Die Datenübermittlung per Anfang März erfolgt ebenfalls über moniQ
Über das Ergebnisdashboard Vizer können klinikindividuelle Ergebnisse eingesehen und vielfältige Auswertungen erstellt werden.
Der Zugang zu den Dashboards des Kooperationspartners w hoch 2 erfolgt zentral über Apps Nach der Anmeldung stehen alle Dashboards zur Verfügung, für die entsprechende Zugriffsrechte bestehen.
Finanzierung der ANQ-Messungen
Mit dem Jahresbeitrag der Spitäler und Kliniken finanziert der ANQ alle Leistungen in Zusammenhang mit den Messungen (ohne Implantatregister). Dazu zählen Messorganisation, Datenauswertung sowie Berichterstattung und Publikation der Messergebnisse. Weitere Infos
