Standortbestimmung
Im Jahr 2024 nahm der ANQ zum zweiten Mal nach 2019 eine Standortbestimmung bei seinen wichtigsten Anspruchsgruppen vor. Diese Seite bietet einen Überblick über die beiden Befragungen und deren Ergebnisse. Vertiefende Informationen finden Sie in den Auswertungsberichten.
Standortbestimmung 2024
Im Sommer 2024 lud der ANQ seine Mitglieder und die ihnen angeschlossenen Organisationen zur Teilnahme an einer Online-Befragung ein. Diese Befragung diente dem ANQ zur Standortbestimmung und sollte mögliches Entwicklungspotenzial rund um die Qualitätsmessungen und Dienstleistungen des ANQ aufzeigen. Ergänzend fanden Fokusgruppen mit Mitgliedern der ANQ-Qualitätsausschüsse und Interviews mit externen Expertinnen und Experten statt.
Die seit Anfang 2025 vorliegenden Befragungsergebnisse sind überwiegend positiv: Die Mehrheit gibt an, dass die ANQ-Messungen die Spitäler/Kliniken dabei unterstützen, sich aktiv mit Qualität auseinanderzusetzen. Die Rückmeldungen bestätigen vielfach den bereits eingeschlagenen Weg beziehungsweise die bereits laufenden (Weiter-)Entwicklungen. Zudem dienen sie als Basis für neue Massnahmen, die entlang der strategischen Ziele und Schwerpunkte definiert und schrittweise umgesetzt werden.
Der ANQ-Vorstand beauftragte eine Arbeitsgruppe damit, das Fazit aus der Standortbestimmung zu ziehen und entsprechende Anträge auszuarbeiten. Der Vorstand diskutierte diese Anträge an der Retraite und verabschiedete im Herbst 2025 unter anderem die folgenden Arbeiten:
- Ergänzung des Kriterienkatalogs für neue Messthemen/Qualitätsindikatoren mit diesen Vorgaben:
- Engere Vernetzung zwischen Messungen und Verbesserungsmassnahmen
- Vermehrte Nutzung von Routinedaten und strukturierten KIS-Daten
- Schnellere Verfügbarkeit der Daten
- Abstimmung auf nationale Entwicklungen
- Potenzial für spital- und klinikambulante Settings
- Ressourcenschonende Umsetzung in Spitälern und Kliniken
Zum ergänzten Kriterienkatalog
- Überprüfung der bestehenden Messungen anhand der angepassten Kriterien in Zusammenarbeit mit den ANQ-Fachgremien
- Bestätigung der bisherigen Massnahmen zur Nutzung von Routinedaten und strukturierten KIS-Daten (zum Beispiel Sturz & Dekubitus, Patient Safety Indicators (PSI) und Mortalitätsraten, Sturz in der Alterspsychiatrie)
- Zeitnähere Publikation der Messergebnisse und Verschlankung der Berichtslegung – insbesondere der Nationalen Vergleichsberichte. Dementsprechend wurden die Anforderungen an Publikationen und Publikationskonzepte mit einem neuen Anhang ergänzt
- Fortsetzung der Digitalisierung sowie Ausbau entsprechender Tools (inklusive Dashboards), damit die Daten spital- und klinikintern vertiefende Analysen ermöglichen
- Evaluation der bereits initiierten Optimierungen des Dienstleistungsangebots und Umsetzung von weiteren bedürfnisorientierten Anpassungen
- Bestätigung der Leistungserbringer als primäre Zielgruppe der Messungen. Sollte der Messnutzen für weitere Anspruchsgruppen in den Fokus rücken, legt der ANQ-Vorstand entsprechende Rahmenbedingungen fest
Standortbestimmung 2019
Nach zehn Jahren national einheitlichen Qualitätsmessungen fühlte der ANQ 2019 seiner Basis den Puls zum Status quo, zur Zukunft des ANQ-Messplans und zur strategischen Ausrichtung des Vereins. Die Zeit dafür war optimal: Denn im Juni 2019 machte die Politik mit der KVG-Revision (Art. 58) neue gesetzliche Vorgaben, die 2021 in Kraft traten.
Befragt wurden Qualitätsbeauftragte der Versicherer und Kantone, Direktionen und Qualitätsbeauftragte von allen Spitälern und Kliniken. Ihre Antworten diskutierten die ANQ-Partner anschliessend in Fokusgruppen. Die gewonnenen Erkenntnisse aus Befragung und Diskussionen bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung der ANQ-Strategie. Die Ergebnisse waren in den Jahren 2020-2024 auch ausschlaggebend für wichtige Anpassungen im ANQ-Angebot:
- Wechsel Messinstrumente (z.B. vom Kurzfragebogen Patientenzufriedenheit zu Swiss PREMs)
- Wechsel Messmethode (z.B. Ablösung Prävalenzmessung und Prüfung Erfassung Sturz & Dekubitus mittels klinischer Routinedaten in der Akutsomatik und Alterspsychiatrie, Methodenwechsel ungeplante Rehospitalisationen von SQLape zur CH-Methode)
- Ausbau digitale Angebote (Weiterentwicklung Datenqualitätsdashboards zu Ergebnisdashboards inkl. Möglichkeit zur Auswertung spital-/klinikeigener Daten nach Abteilung)
- Differenzierung Leistungsbereiche (Rehabilitation), weitere Kliniktypen (Psychiatrie)
- Harmonisierung Schulungsangebot
- Erweiterung SIRIS Register
- Abklärungen Falldefinition/Abgleich SPIGES
- Aufnahme Kurzaufenthalte (Psychiatrie)
- Prüfung Aufnahme Patient Safety Indicators (PSI) und Mortalitätsraten auf den nationalen Messplan