17.09.2026
Psychiatriespezifische Messergebnisse 2025: Stabile Qualitätskennzahlen in der stationären Psychiatrie
Die ANQ-Messungen 2025 zeigen eine weitgehend stabile Entwicklung: In der Erwachsenenpsychiatrie lagen die Werte zu Symptombelastung und freiheitsbeschränkenden Massnahmen mehrheitlich auf Vorjahresniveau. Auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie veränderten sich die Ergebnisse zur Symptombelastung kaum, während der Anteil freiheitsbeschränkender Massnahmen wieder auf den Wert von 2023 stieg. Die Patientenzufriedenheit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie blieb weiterhin hoch.
Im Rahmen der ANQ-Qualitätsmessungen 2025 erfassten 160 Standorte der stationären Psychiatrie die Symptombelastung ihrer Patientinnen und Patienten und den Einsatz von freiheitsbeschränkenden Massnahmen. In der Erwachsenenpsychiatrie wurden insgesamt 89’012 Behandlungsfälle dokumentiert, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie 6’364. Die Messergebnisse wurden heute auf dem ANQ-Webportal publiziert und geben den Kliniken zentrale Informationen für die Qualitätsentwicklung.
Symptombelastung: Behandlungen zeigen Wirkung
Im Durchschnitt gingen die Symptome aufgrund von psychischen Störungen, körperlichen Beeinträchtigungen und sozialen Funktionseinschränkungen während einer stationären Behandlung in der Erwachsenen- sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie deutlich zurück. Dies ergab sowohl die Fremdbeurteilung der Behandelnden als auch die Selbstbeurteilung der Patientinnen und Patienten. Im Vorjahresvergleich blieben die Ein- und Austrittswerte weitgehend stabil. Die 5-Jahres-Trendanalyse (2021–2025) macht jedoch einzelne Entwicklungen sichtbar:
- Aus Sicht der Behandelnden der Erwachsenenpsychiatrie treten die Patientinnen und Patienten seit 2021 mit zunehmender Symptombelastung in die Kliniken ein. Gleichzeitig verbessern sich die Symptome während der Behandlung in grösserem Umfang.
- Aus Sicht der Patientinnen und Patienten der Kinder- und Jugendpsychiatrie gehen die Symptome während der Behandlung seit 2021 tendenziell weniger stark zurück.
Freiheitsbeschränkende Massnahmen: Anstieg bei Kindern und Jugendlichen nach Rückgang im Vorjahr
In der Erwachsenenpsychiatrie (ohne forensische Psychiatrie) lag der Anteil der Behandlungsfälle mit mindestens einer freiheitsbeschränkenden Massnahme bei stabilen 8,5%. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie stieg er von 5,4% auf 6,7% und erreichte damit den Stand von 2023. Die erfassten freiheitsbeschränkenden Massnahmen erfolgen gemäss ANQ-Definition gegen den Willen der Patientinnen und Patienten. Sie werden in akuten Krisen zum Schutz vor Selbst- oder Fremdgefährdung eingesetzt und müssen immer im Kontext betrachtet werden.
Patientenzufriedenheit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Konstante Bewertungen
In der Kinder- und Jugendpsychiatrie wurde 2025 auch eine Zufriedenheitsbefragung im Auftrag des ANQ durchgeführt. Die veröffentlichten Ergebnisse basieren auf den Rückmeldungen von 2’247 Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 20 Jahren sowie 1’465 Eltern von hospitalisierten Kindern im Alter von 5 bis 18 Jahren. Der Rücklauf betrug für den Kinder-Fragebogen 65,3% und für den Eltern-Fragebogen 45,5%.
Die Antworten der Kinder wurden in acht Themenbereichen ausgewertet, diejenigen der Eltern in sieben. Sowohl in der Eltern- als auch in der Kinderbefragung schnitt das Engagement des Personals am besten ab, gefolgt vom Empfang und den erhaltenen Informationen. Von den abgefragten Themenbereichen wurde der Rückblick auf die Behandlung und deren Nutzen am tiefsten bewertet. Insgesamt waren die Rückmeldungen der Eltern positiver als die der Kinder: Auf einer Skala von 1 bis 5 lagen die Bewertungen der Eltern im Durchschnitt zwischen 4,0 und 4,5, die Bewertungen der Kinder zwischen 3,7 und 4,1. Damit sind die Werte der Zufriedenheitsbefragung fast identisch mit den früheren Messergebnissen in den Jahren 2021 und 2023.
Hinweis: Messergebnisse sind für Spitäler-/Klinikranglisten ungeeignet
Die vom ANQ publizierten Messergebnisse dürfen kopiert, abgedruckt und verbreitet werden, sofern sie unverändert im korrekten Kontext und mit vollständiger Quellenangabe wiedergegeben werden. Die Ergebnisse bilden relevante Qualitätsaspekte für eine bestimmte Stichprobe in einem definierten Zeitraum ab. Die Daten machen wissenschaftlich fundierte Aussagen zu Teilaspekten der Behandlungsqualität und lassen somit keine Rückschlüsse auf die Gesamtqualität einer Institution zu. Detailinformationen zur Interpretation der Ergebnisse (PDF)
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