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01.12.2016

Hinweis auf gute Pflegequalität in Akut- und Kinderspitälern

Jedes Jahr im November dokumentieren Schweizer Akutspitäler und Kinderkliniken im Auftrag des ANQ, wie oft Hospitalisierte wundliegen und wie häufig Erwachsene im Spital stürzen. Die Auswertung der Erhebung 2015 zeigt einen weiteren Rückgang von Dekubitus (Wundliegen) und Stürzen während des Spitalaufenthalts. Diese positive Veränderung ist jedoch statistisch nicht erhärtet.

Am 10. November 2015 erhoben 147 Einzelspitäler und Spitalgruppen Dekubitus- und Sturzdaten von über 13’000 erwachsenen Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig prüften 34 Akutspitäler mit Kinderstationen sowie Kinderkliniken bei rund 750 Kindern und Jugendlichen, ob und wie diese wundliegen. Dekubitus wurden per Messtag dokumentiert, Stürze rückblickend auf einen Monat. Aus den gesammelten Daten werden die Häufigkeitsraten für Dekubitus und Stürze während des Spitalaufenthalts berechnet. Sie geben landesweit Aufschluss über wichtige Teilaspekte der Pflegequalität.

Positive Entwicklung beim Wundliegen

Im Vorjahresvergleich nahmen die Dekubitus-Raten 2015 bei den Erwachsenen um 0,2 Prozent über alle vier Kategorien leicht ab bzw. um 0,1 Prozent (nicht wegdrückbare Rötung = Kategorie 1*) minimal zu. Verglichen mit dem ersten Messjahr 2011 sanken sie um 1,7 Prozent (Kategorien 1-4) respektive um 0,2 Prozent (Kategorien 2-4). Bei Kindern und Jugendlichen reduzierten sich die Dekubitus-Raten um 1,8 Prozent (Kategorien 1- 4) respektive um 1,3 Prozent (Kategorien 2-4). Im Vergleich zum ersten Messjahr 2013 gingen sie um 3,4 Prozent (Kategorien 1-4) bzw. 0,8 Prozent (Kategorien 2-4) zurück.

Bezogen auf die Ergebnisse in andern Ländern weist die Schweiz verhältnismässig tiefe Dekubitus-Raten bei Erwachsenen wie bei Kindern und Jugendlichen aus. Der Trend zur Abnahme der Häufigkeit von Wundliegen ist zwar statistisch gesehen mehrheitlich nicht signifikant. Berücksichtigt man aber seine Stetigkeit sowie den Vorjahres- und den internationalen Vergleich lässt er auf eine gute Pflegequalität schliessen.

Die Fachwelt ist sich einig, dass nicht jedes Wundliegen vermeidbar ist. Verbesserungspotential scheint aber immer vorhanden, gerade bei den schwerwiegenden Kategorien 3 und 4.

Weiterhin Handlungsbedarf bei Stürzen

Bei der Sturzrate zeigt sich ebenfalls ein leichter Rückgang: Von 2014 auf 2015 verringerte sie sich um 0,6 Prozent, gegenüber dem ersten Messjahr 2011 um 1,3 Prozent. Bei allen Spitaltypen konnte eine leichte Abnahme beobachtet werden. Im internationalen Vergleich ist die Schweizer Sturzrate aber immer noch relativ hoch. Hier sind die Institutionen weiterhin aufgefordert, entsprechende Massnahmen einzuleiten.

Wichtiges Diagnoseinstrument

Beim direkten Spitalvergleich ergibt sich bei allen Raten ein vorwiegend einheitliches Bild. Nur sehr wenige Institutionen unterschieden sich – im positiven oder negativen Sinn – markant von den anderen. Die pro Spital publizierten Ergebnisse ermöglichen es den Spitälern, ihre eigenen Resultate mit denjenigen anderer vom selben Spitaltyp zu vergleichen. Dabei kann eine Diagnose hinsichtlich Optimierungspotential gestellt werden, die als Grundlage für konkrete Verbesserungen im Pflegebereich dient.

* Dekubitus ist wie folgt eingeteilt: Kategorie 1: nicht wegdrückbare Rötung der intakten Haut | Kategorie 2: Teilverlust der Haut | Kategorie 3: Verlust der Haut | Kategorie 4: Vollständiger Haut- oder Gewebeverlust.

Ergebnisse auf einen Blick

Prävalenzraten Erwachsene, in % 2015 2014 2013 2012 2011
Dekubitus – im Spital erworben, Kategorien 1–4
4,1 4,3 4,6 4,4 5,8
Dekubitus – im Spital erworben, Kategorien 2–4
1,9 1,8 2,0 1,7 2,1
Sturz im Spital
3,0 3,6 4,1 3,8 4,3
Prävalenzraten Kinder und Jugendliche, in %

2015 2014 2013
Dekubitus – im Spital erworben, Kategorien 1–4 11,7 13,5 15,1
Dekubitus – im Spital erworben, Kategorien 2–4 1,7 3,0 2,5

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