Nationaler Messtag: Stürze und Wundliegen im Spital
Professionelle Pflege kann nicht verhindern, dass Patientinnen und Patienten auch in Spitälern stürzen oder wund liegen. Am 8. November 2011 führt der ANQ deshalb in Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule erstmals eine breit abgestützte Messung zur Häufigkeit (Prävalenz) von Stürzen und Dekubitus (Wundliegen) durch. Rund 120 Spitäler aus allen Landesteilen beteiligen sich an der Erhebung. Die Resultate werden im Frühsommer 2012 publiziert.
Stürze und Dekubitus sind für Patientinnen und Patienten mit zusätzlichen Schmerzen verbunden. Sie können von Fall zu Fall gar den Spitalaufenthalt verlängern. Die Sturz- und Dekubitusrate gibt auch Aufschluss über die Pflegequalität. Aus diesen Gründen sind Spitäler und Kliniken darauf bedacht, das Risiko für Stürze und Dekubitus so tief als nur möglich zu halten. Am 8. November wird deshalb in 120 kleinen und grossen Spitälern im Bereich der Akutsomatik bei Patientinnen und Patienten geprüft, ob sie während des Spitalaufenthalts gestürzt sind oder an Dekubitus leiden. Ergänzend werden Patientendaten wie Alter oder Diagnose sowie Risikofaktoren für Sturz und Dekubitus erhoben. Diese ermöglichen unter anderem eine richtige Interpretation der Messresultate.
Datenschutz wird grossgeschrieben
Damit die Prävalenzmessung durchgeführt werden kann, ist die schriftliche Einwilligung der Patien-tinnen und Patienten erforderlich. Kinder sind von der diesjährigen Messung ausgeschlossen. In Schulungen führte die Berner Fachhochschule (BFH) im Sommer das Spitalpersonal in das Mess-verfahren ein. Alle patientenbezogenen Angaben werden verschlüsselt behandelt. Ebenso diejenigen der Spitäler. Zum Schutz von Personen und Institutionen existiert eine spezielle Daten-schutzbestimmung. Die BFH ist für die operative Abwicklung der Messung und die übergeordnete Datenaufbereitung verantwortlich. Für die Schulungen und die Datenerhebung in der Westschweiz und im Tessin kooperiert die BFH mit der Haute école de santé Fribourg (HEdS-FR) und der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) – Dipartimento Sanità.
Risiken weiter minimieren
Im Januar 2012 werden die Spitäler erste Ergebnisse erhalten, per Frühsommer ist eine Veröffentlichung aller Resultate geplant. Diese geben den Spitälern gezielte Informationen zu Qualitätssicherung und -entwicklung, damit das Risiko für Stürze und Dekubitus weiter gesenkt werden kann. Die Daten werden auch auf nationaler Ebene analysiert und verglichen. Und schliess-lich kann auch die Universität Maastricht, welche das etablierte und international verbreitete Mess-verfahren entwickelt hat, die anonymisierten Daten zu wissenschaftlichen Zwecken mit denjenigen anderer Länder vergleichen. In der Schweiz soll die Prävalenzmessung Sturz/Dekubitus in Zukunft jährlich durchgeführt werden.
Auskünfte erteilt:
Regula Heller, ANQ-Projektleiterin Akutsomatik
Tel. 031 357 38 41
regula.heller(at)anq.ch
ANQ fördert Qualität in Spitälern und Kliniken
Der Nationale Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) koordiniert und reali-siert Qualitätsmessungen in der Akutsomatik, der Rehabilitation und der Psychiatrie. Die Resultate ermöglichen eine transparente und nationale Vergleichbarkeit. Aufgrund dieser Erkenntnisse können Spitäler und Kliniken gezielt Massnahmen zur Verbesserung ihrer Qualität entwickeln. ANQ-Mit-glieder sind der Spitalverband H+, santésuisse, die Kantone und die Eidgenössischen Sozialversi-cherer. Der Verein arbeitet nicht gewinnorientiert.
Mehr Informationen: www.anq.ch
